Klausurkorrektur und Klausuraufsicht

2. April 2009 – 09:32

Kaum am neuen Arbeitsplatz eingelebt, werden mir schon die ersten “Sonderaufgaben” übertragen. Am Montag stand die erste Korrektur von Klausuren an, mein erster Blick auf die andere Seite der Lehre.
Es ist nicht einfach eine Klausur gerecht zu bewerten; es gibt mehrere Lösungswege, manche überspringen Rechenschritte, scheinen es aber verstanden zu haben, manche rechnen Dinge, die gar nicht gefragt sind oder die schon in der Aufgabenstellung stehen, …
Ich denke dennoch, dass ich es hinbekommen habe alle Klausuren nach dem gleichen Maßstab zu bewerten, sodass sich keiner ungerecht behandelt fühlen muss. Vielleicht war ich an der ein oder anderen Stelle etwas großzigig, aber nur vielleicht.

Gestern stand dann auch die erste Klausuraufsicht auf dem Programm. Was ich schon während meines Studiums nicht leiden konnte, war es, wenn ich als Prüfling eine Frage zum Verständnis einer Aufgabe hatte, und mir diese nicht beantwortet werden konnte. Es ist dazu zu sagen, dass nicht jeder, der eine Klausur beaufsichtigt, auch eine Aufgabe erstellt hat. Ich wollte es also besser machen und bei jeder Frage eine kompetente Antwort geben, was voraussetzt, dass ich zuvor die ganze Klausur durchgerechnet habe. Es hat sich bewährt, denn ich konnte tatsächlich jede Frage beantworten.

Es ist unglaublich wie viel Zeit für solche Sonderaufgaben in Anspruch nehmen, besonders, wenn ich im kommenden Semester auch noch Klausuraufgaben stellen werde.

Trotz alledem: Es macht Spaß und für die Forschung bleibt dennoch genug Zeit.

  1. 2 Responses to “Klausurkorrektur und Klausuraufsicht”

  2. Das ist wahr. Das korrigieren und bewerten ist eine der schwierigsten Aufgaben “auf der anderen Seite”. Ich bin aber überzeugt das man auch für richtige Ansätze und Rechenwege Punkte geben sollte und auch für die, die zur Lösung gekommen sind ohne den vorgegebenen Weg. Das ist meine Meinung. Denn später zählt doch eigentlich nur die richtig Lösung.

    By Student Martin on Apr 17, 2009

  3. Man darf den Weg nicht unterschätzen, richtig. Manchmal – sogar meistens – führen auch andere Wege zum richtigen Ziel und das wird mit voller Punktzahl belohnt.
    Man kann aber auch zum richtigen Ziel kommen, wenn man einen Weg genommen hat, der das gegebene Problem nicht beinhaltet. Als Beispiel seien hier die Grenzwertsätze der Laplacetransformation genannt. Diese besitzen nur ihre Gültigkeit, wenn das System stabil ist. Ist das System nicht stabil, kann man die Sätze dennoch anwenden, aber es kommen falsche Ergebnisse dabei raus. Hat man sich verrechnet, erhält man u.U. zwar die richtigen Ergebnisse, kann aber keine Punkte dafür erwarten, denn man darf die Sätze bei instabilen Systemen schlicht nicht anwenden.

    Ich habe im Übrigen so korrigiert, dass ich Folgefehler berücksichtigt habe – auch wenn es einen deutlichen Mehraufwand darstellt. Und Teilpunkte gab es bei mir zu genüge, die wenigsten Punkte gab es auf das Ausrechnen von Matrizen o.ä. Wahrscheinlich hätte man die Klausur ohne eine einzige Rechnung mit Zahlen mit gut bestehen können (Ablesen aus Diagrammen gehört nicht zum Rechnen mit Zahlen).

    By schneckchen on Apr 17, 2009

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